Vom 17. bis 21.September 2026 waren 13 Frauen aus Lützelsachsen zur 36. Frauenfreizeit in die Uckermark eingeladen. Los ging es am Donnerstagvormittag mit dem Zug Richtung Prenzlau. Dort wurden wir von unseren Gastgeberinnen empfangen und wie immer beim Begrüßungsabend mit einem tollen Buffet verwöhnt. In der Begrüßungsandacht ging Pfarrer Zorn auf das Thema unseres Treffens ein – „Die Heilige Anna als Symbolfigur für Familie“. Am Freitag besuchten wir gemeinsam mit den Schönfelderinnen das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Bei der Führung über die Gedenkstätte erfuhren wir viel vom Leid der Gefangenen und der Brutalität ihrer Aufseher. Die Eindrücke aus der Gedenkstätte durch Bilder und Texte, Fundstücke und aufbereitete Fakten haben uns alle sehr erschüttert und über die gesamte Freizeit immer wieder beschäftigt.

Quelle: Regina Oxenius
Nach einer kurzen Fahrt zum Schloss Rheinsberg suchten wir uns im Schlosspark einen ruhigen Ort für unser Picknick. Die Gedanken waren noch bei den Frauen und Kindern von Ravensbrück. Bei der anschließenden Schlossführung tauchten wir ein in das Leben des Prinzen Heinrich von Preußen, dem jüngeren Bruder von Friedrich dem Großen. Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Raum, Ausstattung und Umgebung mit ihrem besonderen Charme taten unseren Seelen gut. Unsere Unterkunft im Kloster Stift zum Heiligengrabe bot den perfekten Rahmen für unsere weitere Freizeit. Im Kapitelsaal kamen wir nach den vielen Eindrücken dieses Tages bei einer Andacht zur Ruhe und konnten den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Samstagvormittag lernten wir Anna, die Großmutter Jesu näher kennen. In Kleingruppen tauschten wir uns darüber aus, wie wir in unseren Familien aufgewachsen sind. Was hat uns gut getan, was ist uns so wichtig, dass wir es an die nächsten Generationen weitergeben wollen. Auch die Stellung der Großeltern, ihre Aufgaben und Einflussmöglichkeiten waren ein Thema. So ergaben sich Gespräche, die uns wieder einmal in die gegenseitigen Lebenswelten blicken ließen. Und trotz der unterschiedlichen Erfahrungen auf Grund des Alters, des Wohnorts und so weiter sind die wichtigen Dinge die gleichen: zuhören, zusammenhalten, Selbstständigkeit und Offenheit für andere. Nachmittags führte uns eine der Stiftsdamen durch das Kloster, die Stiftskirche und die Stiftskapelle. Bei einem Spaziergang oder Kaffee und Kuchen genossen wir den restlichen Nachmittag auf dem Klostergelände. Einige von uns erlebten in der Stiftskirche „Klangstrukturen“ – ein besonderes Konzert mit Violine, Akkordeon und Live Elektronik. Nach dem Abendessen besuchten uns drei Stiftsfrauen und gaben Einblicke in ihren Alltag, ihre Intention und die Organisation des Stifts. Der anschließende Lieder- und Spieleabend brachte viel Spaß mit Pantomime und Polka. Und wieder wurde es ziemlich spät in geselliger Runde, bei guten Gesprächen und manchem Glas Wein. Sonntagmorgen nach dem Frühstück besuchten wir gemeinsam den Gottesdienst in der Dorfkirche. Beim Gottesdienst mit Abendmahl aber ohne Orgelspiel wurde uns bewusst, wie dankbar wir sein können für alles, was wir daheim im Gottesdienst als selbstverständlich ansehen. In der Abschlussrunde tauschten wir uns nochmal über die „Familiengespräche“ vom Samstag aus. Für die Organisatorinnen der diesjährigen Freizeit gab es viel Lob. Der Mut, ins KZ zu gehen, das schöne Schloss, das Thema Familie, die Unterkunft – alles hat wunderbar gepasst. Und dann waren die schönen gemeinsamen Tage schon wieder vorbei und wir Lützelsachsenerinnen mussten die Heimfahrt antreten. Wir 25 Frauen aus Ost und West zehren noch eine Weile von dieser schönen Zeit. Und bis wir uns wieder sehen – 17.- 19.09.2027 in der Schwarzwaldmühle in Besenfeld – möge Gott seine schützende Hand über uns halten.




