Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Ansan (Süd-Korea)

 
Unsere Partnergemeinde liegt im südkoreanischen Ansan, einer Stadt mit heute über 700.000 Einwohnern. Sie liegt südwestlich der Hauptstadt Seoul und ist mit dieser durch die U-Bahn-Linie 4 gut angebunden. Westlich, auf einer Insel im Gelben Meer, liegt der zur Großstadt Incheon gehörige internationale Flughafen. Über eine Brücke geht heute von dort die Autobahn zum Festland, etwa 30 km sind es bis Ansan. Zum Verwaltungsgebiet der Stadt Ansan gehören zahlreiche Inseln, deren größte Daebudo ist. An der Küste befindet sich auch das größte Turbinen-Gezeitenkraftwerk der Welt  Sihwa-ho (2011 in Betrieb genommen).
 
Ansan ist eine rasch wachsende moderne Stadt in einer dichtbesiedelten Industrieregion. Hochhauskomplexe haben die Stadtteile mit niedriger Bebauung zurückgedrängt. Es gibt mehrere Hochschulen, große Sportanlagen und Einkaufsstraßen, die besonders am Abend mit ihrer beleuchteten Reklame ein imposantes Bild geben. Das Klima in Ansan entspricht etwa dem unsrigen, auch mit den Jahreszeiten. Die Zeitverschiebung zu uns beträgt 6 bzw. 7 Stunden.  Währungsmittel ist der koreanische Won (KRW), 1.000 KRW = 0,75 EUR. Es sind vornehmlich Scheine im Einsatz. Fast überall kann man natürlich auch bargeldlos bezahlen. Der Flug von Frankfurt am Main nach Incheon dauert 12 Stunden.
 
 
 
 
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Die Kirchengemeinde Hanel-Pum ist eine Gemeinde der PROK (Presbyterian Church in the Republic of Korea). Ihr gehören ca. 100 Gemeindemitglieder an, die durch Pfarrer Kang Shin Woo betreut werden. Die Gemeinde fühlt sich der Minjung-Theologie verbunden, eine koreanische Form der Befreiungstheologie. Soziales und politisches Engagement sind tragende Elemente des Gemeindelebens, so gibt es beispielsweise eine nachschulische Kinderbetreuung, die auf ehrenamtlicher Basis organisiert ist bzw. finanziell gefördert wird. In Südkorea gibt es keine vergleichbare Organisationsstruktur der Kirchengemeinden wie in Deutschland. Es gibt zahlenmäßig sehr kleine und auch sehr große und dadurch auch finanziell besser ausgestattete Gemeinden. Man entscheidet selbst, zu welcher man gehören möchte und unterstützt diese dann auch finanziell. So versteht sich die Gemeinde Hanel-Pum als große Familie, was im gemeinsamen Essen nach dem Gottesdienst am Sonntag zum Ausdruck kommt. Auch gibt es Kirchenälteste, allerdings werden sie nicht gewählt sondern berufen und bleiben dies dann dauerhaft.
 
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Chronik der Partnerschaft
In den 70-er Jahren fragte man sich in der Badischen Landeskirche, warum man immer eine Partnerschaft von Nord nach Süd und umgekehrt pflegt und nicht von West nach Ost. So wurde beschlossen, dass man zu Südkorea eine Partnerschaft aufbaut, zumal das Land eine Gemeinsamkeit mit uns hatte: Nämlich eine ziemlich undurchlässige Grenze im eigenen Land und damit eine Teilung des Volkes.
 
Aus diesem Grund wurden Drillingspartnerschaften aus Gemeinden in Nordbaden, Ostdeutschland und Südkorea gebildet. Dazu fanden 1989 noch vor dem Mauerfall erste Gespräche statt zwischen:
 
Weinheim – Schönermark - Seoul: Di-Dim-Dol PCK
Lützelsachsen – Schönfeld - Ansan: Hanel-Pum PROK
Heidelberg - Glienicke - Taejon: Bindul PCK
Mannheim - Hohenschönhausen - Seoul: Shin-Myong PROK
(Anm.:  PCK = Presbyterian Church of Korea, PROK = Presbyterian Church in the Republic of Korea)
 
Von den ursprünglichen Drillingspartnerschaften existiert seit 2009 keine mehr. Die Johannisgemeinde Weinheim hat sich 2014 entschieden, die Partnerschaft zu Seoul zu beenden. Es besteht nur noch unsere Partnerschaft zur Hanel-Pum-Gemeinde in Ansan. Unsere Partnergemeinde Schönfeld hat noch eine weitere Partnerschaft zu Lettland und deshalb die Partnerschaft zu Korea gekündigt.
 
Die Koordination auf deutscher Seite trägt der Koreakreis. Die Koordination auf koreanischer Seite trägt Pfarrer KANG-shin-woo aus Ansan. Die koreanischen Gemeinden sind alles Min-Jung-Gemeinden, die ihren Ursprung im Kampf um Recht und Freiheit unter der Diktatur von Präsident Park in den 70-er Jahren haben. Viele Lehrer und Pfarrer, die die protestierenden Arbeiter unterstützten, wurden inhaftiert. Daher ist der Charakter der Min-Jung-Gemeinden: Der friedliche Kampf im christlichen Glauben - man nennt sie auch die Widerstands-Theologie.
 
Die Partnerschaft feierte 2009 in Korea ihr 20-jähriges Bestehen. Der letzte Besuch in Korea fand 2018 statt und man freute sich schon auf den Gegenbesuch in Lützelsachsen in 2020, bei dem dann gebührend das 30-jährige Bestehen gefeiert werden sollte. Leider musste dieser Besuch Pandemie- bedingt abgesagt werden.
 
Jährliche Partnerschafts-Aktivitäten:
  • Gottesdienst mit gleicher Lesung in Korea und Deutschland mit Grußworten in die Partnergemeinde an einem gemeinsam ausgesuchten Sonntag im Frühjahr.
  • Offizielle und private Kontakte per Mail, per Post und in den sozialen Medien zu den Feiertagen und zu vielen anderen Anlässen.
  • Weihnachtspakete mit typischen Geschenken aus dem jeweiligen Land wechselseitig.
 
Chronik der gegenseitigen Besuche
2020   Der für Anfang Juni geplante Gegenbesuch einer 6-köpfigen Gruppe aus Ansan in Lützelsachsen muss Pandemie bedingt leider verschoben werden.
2018   Unter Leitung von Pfarrer Jan Rohland erlebt die Delegation aus Lützelsachsen (Regina Oxenius, Heike Berggötz, Jin-Hei Reinhard-Jo, sowie Monika u. Helmut Rimmler) in Ansan eine liebenswerte Gastfreundschaft und ein sehr abwechslungsreiches Programm mit bleibenden Eindrücken.
 

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Lützelsachsen

 

Quelle: Monika Rimmler

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2015   Nach Deutschland ein Pfarrer und drei Frauen aus Ansan

Quelle: Ulrike Pelzer

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2013   Nach Korea drei Frauen, zwei aus Lützelsachsen, eine aus der Johannisgemeinde Weinheim
2011   Nach Deutschland ein Pfarrer, zwei Männer, vier Frauen aus Ansan, Seoul und Teajon.
2009   Nach Korea drei Pfarrer, eine Frau, ein Jugendlicher (20 Jahre Partnerschaft)
2006   Nach Deutschland sieben Frauen aus Ansan und Seoul
2004   Nach Korea neun Personen aus den Gemeinden: Providenz Heidelberg, Lützelsachsen, Stadtkirche Weinheim und Berlin-Hohenschönhausen und Glienicke
2002   Nach Deutschland sieben Personen: Pfarrer und Jugendliche
2001   Nach Deutschland drei Personen: Arbeiter, Bauer, ein Bewohner eines Armenviertels
1999   Nach Korea Jugendliche, u. a. von christlichen Pfadfindern, VCP Nordbaden
1997   Nach Deutschland Frauen (meist Ehefrauen von Pfarrern)
1995   Nach Korea eine Reisegruppe
1992   Nach Deutschland eine Gruppe koreanischer Pfarrer in Nordbaden (Juni)
1991   Nach Deutschland Frau Cho aus Ansan zum Gegenbesuch bei uns. Gemeinsame Fahrt durch die Bundesländer nach Schönfeld.(14.09.-06.10.)
1990  Nach Korea Besuch einer Delegation in die Min-Jung-Gemeinden. Frau Jin-Hei Jorda stellt erste Beziehungen zur Ansan-Gemeinde her. Geplant schon 1989 (vor Mauerfall). (02.-22. April)