Besuch aus Korea - Rückblick
Vom 30. August bis zum 10. September hatten wir Besuch aus unserer Partnergemeinde HanuelPum in Ansan, Südkorea. Sechs Koreaner, untergebracht bei Gemeindemitgliedern erlebten ein buntes Programm mit vielen Eindrücken aus unserer Region und dem kirchlichen Leben in Baden.
Schon am Ankunftstag wurde trotz Jetlag beim gemeinsamen Begrüßungsessen ausgelotet, wie wir uns am besten verständigen und was die aktuellen Übersetzungsprogramme so können. Samstag ging es in den schönen Odenwald. Eine Gruppe des Koreakreises zeigte den Gästen Heppenheim, den Spielgolf in Hammelbach, die Himmelsleiter auf der Tromm wurde erklommen und im Felsenmeer geklettert. Zum Abschluss erlebte die Gruppe noch die Eröffnung des Bensheimer Winzerfestes mit Spielmannszug und Bürgerwehr.
Am Sonntag, den 01. September feierten wir gemeinsam einen Gottesdienst zum Thema „250 Jahre Gottesdienst in der ev. Kirche Lützelsachsen“. In diesem Gottesdienst wurden die koreanischen Gäste begrüßt und Pfarrer Lee richtete ein Grußwort an die Gemeinde. Pfarrer Ender, Beauftragter für Mission und Ökumene der badischen Landeskirche gestaltete den Gottesdienst mit. Im anschließenden Garten-Café nutzte manches Gemeindemitglied die Gelegenheit, die Gäste persönlich kennen zu lernen. Auch abends beim geselligen Grillen mit dem Kirchenchor ging es trotz der Sprachbarrieren sehr lustig zu. Als sich Mister Mun an den Flügel setzte und verschiedene Schlager improvisierte, war auch das letzte Eis gebrochen.
Montag gab es ein Treffen mit Herrn Kautt vom AK Asyl. Da Ansan eine große Industriestadt ist mit sehr vielen Gastarbeitern, war das Interesse groß an den Problemen und Lösungsansätzen hier in Deutschland. Am Nachmittag wurde die koreanische Delegation von Herrn Buske, dem 1. Bürgermeister empfangen. Auch hier ging es um Herausforderungen in der Gesellschaft. Aber natürlich ließ es sich der 1. Bürgermeister nicht nehmen, unsere schöne Stadt zu präsentieren und die Koreaner bekamen eine exklusive Führung. Mit einem Bayerischen Abend, den ein Gastgeber-Ehepaar ausrichtete, ging dieser informative Tag zu Ende.
Am Dienstag war Sightseeing angesagt. Mit dem Schiff durch das schöne Neckartal und auf das Heidelberger Schloss, danach ein bisschen bummeln und koreanisch Abendessen war Programm genug. Mittwoch waren die Gäste eingeladen vom Evangelischen Oberkirchenrat nach Karlsruhe. Mit dem Referat Ökumene und Kirche weltweit sowie dem Referat Kirche und Gesellschaft stellten sich zwei sehr interessante Bereiche vor. Nach dem Bummel durch Karlsruhe wartete ein netter Grillabend bei einem Gastgeber-Ehepaar auf alle Beteiligten.
Da Südkorea nur eine Landesgrenze hat und zwar zu Nordkorea hin, war der Wunsch groß, das europäische Ausland zu besuchen. Unsere Wahl fiel auf Straßburg und Herr Dr. Trilsbach vom ökumenischen Männergesprächskreis stellte einen sehr interessanten Tag zusammen. Ein Teil der Reisegruppe verabschiedete sich am Abend gen Lützelsachsen, während die Koreaner nach Rastatt begleitet wurden. Denn am Freitag hatte sich unser ehemaliges Pfarrerehepaar Friedrich bereit erklärt, den Gästen Baden-Baden zu zeigen.
Es folgten für die Koreaner zwei Tage im Schwarzwald auf Einladung eines Ehepaars unserer Gemeinde mit Wurzeln im Schwarzwald. So konnten sie den Titisee, die Triberger Wasserfälle und die Vogtsbauernhöfe bei schönstem Wetter erleben.
Sonntag und Montag standen ganz im Zeichen von kirchlichem Leben in unserer Region. Im Gottesdienst mit einer Gesangseinlage unserer koreanischen Gäste hieß es Abschied nehmen von der Gemeinde. Pfarrer Lee brachte als Gastgeschenk eine wunderschöne Kalligraphie mit, die der Vater einer Teilnehmerin gestaltet hat, der 15 Jahre im Gefängnis verbrachte für seine persönliche Meinung. Beim Fingerfood-Buffet, ausgerichtet vom Weltladen-Team wurde noch das ein und andere persönliche Geschenk überreicht. Nachmittags nutzten wir den Tag des offenen Denkmals um unseren Gästen die Kirchen von Hohensachsen bis Leutershausen zu zeigen. Eine Führung durch den Bibelgarten in Leutershausen erregte das besondere Interesse der Koreanerinnen.
Montag stand der Besuch von Mannheim auf dem Programm. Auf dem Hauptfriedhof erfuhren wir Interessantes über die Bestattungsriten der verschiedenen Religionen und ihren Wandel in den letzten Jahren. Nach dem Mittagessen und einem kurzen Bummel fuhren wir nach Neuostheim zur ökumenischen Kirche St. Pius. Dieses Projekt faszinierte die Koreaner sehr und die Führerin hatte einige Fragen zu beantworten. Nach diesen Tagen mit hoffentlich vielen schönen und interessanten Eindrücken hieß es Koffer packen.
Einige Mitglieder des Koreakreises ließen es sich am Dienstag nicht nehmen, die Gruppe zum Flughafen zu begleiten für ein letztes „Auf Wiedersehen“, denn ein Wiedersehen in Korea soll es in zwei, drei Jahren geben. Anyonghaseo.

