Konzert stimmte auf Karwoche ein

Bericht zum Kirchenkonzert am 2. April

Christus factus est – das war das steile Motto der Passions-Chormusik, die der Heidelberger Motettenchor am Sonntag, 2. April 2023, zu Gehör brachte. Für die lateinische Überschrift des Konzerts in der Evang. Kirche Lützelsachsen stand Anton Bruckner mit seinem Chorstück von 1884 Pate: „Christus ist für uns erschaffen“.

Heidelberger Motettenchor

Quelle: ekilue

Mit einer frischen Mischung von Passionsmusik stimmte der Kammerchor unter der Leitung von Hans Jochen Braunstein die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Karwoche ein. Die Spannweite reichte von William Byrds „Civitatis sancti tui“ aus dem Jahr 1589 bis zu „Stabat mater“ von Javier Busto aus dem Jahr 2005.
Ein berührender Höhepunkt war Rudolf Mauersbergers „Wie liegt die Stadt so wüst“ von 1945, das zu seiner Zeit auf geteiltes Echo stieß. So mancher Zuhörer wird auch Bilder aus den Nachrichten unserer Tage vor Augen gehabt haben. Für die Hoffnung, dass das nicht das Ende sein wird, stand Johann Sebastian Bachs Choral „Wenn wir in höchsten Nöten sein“.
Dem Motettenchor war anzuspüren, dass er gern zu Gast in der Lützelsachsener Kirche ist, die in diesem Jahr 250 Jahre alt wird. So ein Konzert braucht dreierlei: eine Kirche mit so dankbarer Akustik wie in Lützelsachsen; einen Chor, der Dissonanzen und Harmonien so brillant zu Gehör bringt, und ein Publikum, das sich davon berühren lassen möchte.