Eröffnung des Malchower Labyrinthparks

- 02.08.2013 - 

Besuch bei den uckermärkischen Partnergemeinden vom 6. bis 9. Juni 2013

Quelle: Ev. Kirchengemeinde Lützelsachsen

 
Mit optimal besetzten PKWs  machten wir - 11 Lützelsachsener Gemeindemitglieder - uns  auf die Reise in die Partnerparochie Schönfeld und erreichten nach acht Stunden Fahrt  unsere Gastgeber.
Bereits am Abend erlebten wir den ersten Höhepunkt der Reise: Der Liedermacher Gerhard Schöne schlug uns mit seinem Programm „Ich pack in meinen Koffer“ zwei Stunden ohne Unterbrechung in seinen Bann. Am Ende befanden sich in seinem Lieder-Koffer eine ungewöhnliche Mischung aus Nonsens, Hintersinn und Frohsinn, aus Behutsamkeit, Poesie und Erbauung. „Dies machte seine Lieder während der DDR -Zeit zu Lebensmitteln, die es nicht im Konsum gab, und die auch heute im Supermarkt fehlen.“
Am nächsten Tag besuchten wir die Landesgartenschau in Prenzlau. Bei herrlichem Sonnenschein schlenderten  wir durch Stadt- und Seepark am Unteruckersee. Gärtnerisch phantasiereich  gestaltet erfreuten uns die letzten Frühlingsblüher, im Rosengarten ließen schon die Knospen seine künftige Pracht erahnen. Nach einem kleinen Mittagessen im Park mit Blick über den See machten wir noch einen Gang durch die Blumenhalle, die gerade mit neuen Arrangements heimischer  und exotischer Pflanzen wieder geöffnet wurde.  Erfüllt von der Blütenpracht fuhren wir in unsere Quartiere, um uns für den Abend etwas auszuruhen.
 Der Abend begann mit der Andacht zum Wochenschluss  in der Malchower Kirche, wie sie jede Woche meist von Kirchengemeinderäten gehalten wird. An diesem Abend hielt sie Herr Mag. Gernot Candolini , Gymnasiallehrer und Labyrinthologe aus Innsbruck. „Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol: Metapher für den menschlichen Lebensweg mit dem immer gleichen Prinzip : Wer den Weg bis zum Ende geht, kommt auch an.“  Damit leitete Herr Candolini zu seinem anschließenden Vortrag „Der Labyrinthpark in Malchow und die Labyrinthe der Welt“ über, eine Reise durch die  faszinierende  Kulturgeschichte  des Labyrinths, das im Christentum eine zentrale Rolle spielt.  Anschließend gingen wir zum Begrüßungsabend in das Festzelt neben der Kirche.
Ein langes Büffet mit leckeren Köstlichkeiten  - ein bewundernswertes Gemeinschaftswerk aller Gemeinden des Pfarrsprengels Schönfeld - erwartete uns Gäste , aber nicht nur uns aus Lützelsachsen, sondern all die Mitstreiter, Ideengeber, Sponsoren und Partner,  auch aus Ungarn, Dänemark, Lettland und Polen. Erst die einbrechende Dunkelheit beendete schließlich unsere anregenden Gespräche.
Den Samstag leitete der emeritierte  Kirchenpräsident Helge Klasssohn mit einer Andacht in der Kirche Cremzow ein. Anschließend konnten wir entweder das Seminar  „Die Labyrinthe in Malchow – ihre Bedeutung und Funktion“ mit Herrn Candolini  besuchen oder mit unseren Gastgebern den Vormittag individuell gestalten bis wir uns am Nachmittag alle am Gutshaus in Ludwigsburg trafen, der nächsten Großbaustelle.
 Das Haus wird in Zusammenarbeit mit der Diakoniestation Prenzlau  zur Begegnungsstätte und „Betreutes Wohnen“ umgebaut. Die Architektin erläuterte  uns die Pläne , die Arbeiten sind ausgeschrieben und die Einweihung des „Ev. Seniorenzentrum Gutshaus Ludwigsburg“ am nächsten Stiftungstag Ende Juni 2014 geplant. Laut Aussage der Architektin ist es möglich, den Termin zu  halten.
Wir staunten, mit welchen Elan und welcher Zuversicht hier die Probleme angegangen werden.
Am Abend erlebten wir in der Kirche Göritz mit dem Preisträgerkonzert des 5. Internationalen Malchower Kirchenpreis den zweiten Höhepunkt unseres Besuchs. Die jungen Musiker im Alter von 7 bis 19 Jahren aus Deutschland, Polen und Lettland begeisterten uns mit ihrem Können, egal ob am Klavier , an der Orgel, mit dem Akkordeon, mit  Violine, Gitarre,  Saxophon oder als Chor mit Gesang. Herausragend der polnische Pianist Pawl Urbanek, der sich  mit dem „Rondo capriccioso“  op.14 von Felix Mendelsohn-Bartholdi  den 1.Preis erspielt hatte. Traditionell klang der schöne Abend mit einem kleinen Umtrunk  „Kalte Ente von v. Zitzewitz“  in der Kirche aus.
Der Sonntag begann mit einem  Festgottesdienst zur Einweihung des Malchower Labyrinthparks am 8.Stiftungstag der Carl Büchsel-Stiftung  Schönfeld. Die Predigt hielt Helge Adolphsen, emeritierter Hauptpastor und Präsident des Evangelischen Kirchenbautages (Hamburg).
Er hatte auch die Laudatio auf die Kirchengemeinde Malchow gehalten, als sie beim Wettbewerb der Stiftung Kirchenbau 2011  mit dem Labyrinthpark den 3.Preis bekam . Seine  Worte damals : „Die Dorfkirche Malchow denkt und plant das Labyrinth weiter. Eine etwas verrückte aber innovative Idee. Alle Beteiligten haben sich auf den Weg zur Mitte begeben. Denn ein Labyrinth ist kein Irrgarten, sondern eine Einladung zum Gehen, Suchen und Finden eines Zieles, das symbolisch und zugleich erfahrbar auf die Mitte als Ziel weist. Für Gehende wird so erlebbar, dass   nicht der Weg das Ziel ist, wie es oberflächlich gesagt wird. Wege durchs Labyrinth des Lebens suchen und ein Ziel vor Augen haben, sind für uns eins. Unser Leben ist keine Irrfahrt, sondern ein Heimweg zu Gott.“
Diese Gedanken waren auch in seiner Predigt wieder zu hören.
Nach der Predigt  wurde der Labyrinthpark  bei strahlendem Sonnenschein über mehrere Stationen in Besitz genommen, an denen noch einmal die Entwicklung  des Parks erinnert wurde. Vom Festzelt führte der Weg der Gemeinde zum Sternlabyrinth in der Kirche, dann vor den Irrgarten im Park und endete vor dem zum Eingangsgebäude umgebauten Speicher mit der Schlüsselübergabe an den Leiter des Labyrinthparks F.Tietschert.
Der Weg in den Park mit seinen verschiedenen Labyrinthformen und dem Irrgarten  war frei.
„Nach dem Zauber des Anfangs wartet die Fülle des Weges.“
Nach dem Gottesdienst waren alle zu leckerer Gulaschsuppe ,  Kaffee und Kuchen in den Zelten auf dem Labyrinthparkgelände  oder im Speicher geladen. So gestärkt mussten einige von uns schon die Heimreise antreten. Wir zurückgebliebenen konnten noch das Abschlußkonzert des Stiftungsfestes genießen. Das vorpommersche Jugendsinfonieorchester „Uecker-Randow-Sinfonies“ musizierte Werke von Händel, Smetana und bekannte Filmmusiken.   
Mit dem Abend bei unseren Gastgebern, die während der jahrelangen Partnerschaft inzwischen zu Freunden geworden sind, endete unser Besuch. Wir waren beeindruckt von dem, was seit der Einweihung der Kirche vor einem Jahr in Malchow geschaffen wurde, was bis 2014 erreicht werden soll und wie die Gemeindeglieder so ein mehrtägiges Fest mit so vielen Gästen immer wieder  perfekt gestalten und organisieren.
Unsere Partnerschaft wird im nächsten Jahr 25 Jahre alt. Wir freuen uns, dass sich dazu im Oktober 2014 die Chöre und die Männerkreise bei uns in Lützelsachsen treffen werden.