Predigt-Text zum Sonntag Estomihi: Jesaja 58,5-8 von Pfr. i.R. Gerhard Däublin
Man ist zurzeit schon viel allein:
Corona schränkt uns eben ein.
Und obendrauf noch die Mutanten,
Die heimtückischen und unbekannten.
Ihr, isoliert von vielen Lieben
Müsst auch noch Kirch-Askese üben!
So` ne Beschränkung ist schwer plausibel!
Aber Jesaja macht uns doch sensibel:
Seine Red`, die will prophetisch sein:
Kleines groß machen und Großes klein,
damit die so verkehrte Welt
werd`auf die Füß`zurück gestellt.
Jesaja sieht den falschen Schein
Und alle Narren stimmen ein:
Es braucht ganz unverändert heute
Wie mich: solch Prophetenleute.
Und euch zuhause ist wohl klar:
Diese Roll erfüllt der Narr.
Oft ist auch Gott `nem Narr`n nicht fern,
Denn nur der Teufel lacht nicht gern.
Anstatt die Stirne sich zu runzeln
Dürfen wir dagegen schmunzeln:
Gott will das Fasten unterstützen
(Und g`rade so dem Wohl des Nächsten nützen.)
Kein Gotteslob mehr da anschwillt,
Wo Menschlichkeit als Luxus gilt!
Gott möchte unser echt`s Erbarmen
Für Kranke, Schwache und die Armen.
Ja, solch Fasten soll der Würde dienen:
Dem Mitmensch`, in dem Gott erschienen:`
„Lieb deinen Nächsten wie dich selbst“
So du dein Fastensoll einhältst.
Willst selber du in Freiheit leben,
So musst du Freiheit selbst hergeben:
Wer krank ist, alt und voller Bürde
Ist dennoch Mensch mit ganzer Würde!
Wer nicht mehr kann, der kriegts geschenkt,
Da Würde nicht am G`sundsein hängt.
Denn: ob jung ,ob alt, ob lahm, ob flott:
Wir sind geliebt vom selben Gott!
Da er nicht zwischen Menschen trennt,
Weil sein Herz nur vor Liebe brennt.
Dann soll`n auch wir nicht unterscheiden:
Und alle Ausbeutung vermeiden.
Denn eines hab`n wir all kapiert,
Dass Gutes ja nur dann passiert,
Wenn WIR etwas für andre tun
Und lassen`s eig`ne Ego ruhn.
Ganz klar, das ist genau das Ding,
Um das es einst Jesaja ging,
Das ist noch heute immens wichtig!
Kein Zweifel! So liegen wir völlig richtig!
Wollen wir Gott`s Herz gewinnen,
Müssen wir uns d`rauf besinnen!
Denn Fasten heißt: auf Gewinn verzichten,
Den alten Adam schnell vernichten!
Ganz konkret nach Gottes Willen fragen,
Nach neuer Gerechtigkeit, gerade in Corona-Tagen.
Wir müssen nicht nur reden ,sondern handeln,
Um unsere Erde zu verwandeln!
Nach- denken, reden, Taten setzen,
Selbst wenn wir manch´n dabei verletzen:
Aus Lützelland dann Lichtland würde
Wenn ehrlich`Fasten es durchwirkte!
Wenn wir auf Vorteile verzichten
Und Menschsein nicht nach Stimmung richten!
Wer danach lebt, schaut kaum auf`s Geld,
Auf Gottes Seite er sich nämlich stellt:
Ein off`nes Ohr, das Gott gehört,
Dem Gott dann sein Gebet erhört.
Viel Ärger wird dann von uns weichen.
Ja, Gottes Licht wird uns erreichen!
Das hat er uns doch fest versprochen
(Und gilt nicht nur für 7 Wochen.)
Das ganze Leben soll ein Fasten sein,
Wenn wir der Nächstenlieb` uns weih`n
Und auch mal `nen Konflikt nicht mieden
Für einen eher falschen Frieden`!
Nun denn, ihr Lieben, seht ihr`s klar:
`S braucht solch`Propheten wie den Narr!
Mehr,`s braucht euch: Männer, Frauen,
Die nicht nur auf sich selber schauen
Und Moden hinterher tun laufen
Und Zeit- geistige Wolle kaufen,
Sondern die es wagen, ernst und heiter,
Zu sagen, was die Welt bringt weiter.
Das mag fast wirklich närrisch scheinen,
Doch ohne Euch wär`s echt zum Weinen!
Drum bitt ich, dass sogar auch Ihr
Zu Narren werdet, drauß` ùnd hier:
Pflegt den Humor und setzt die matt,
Die nur das Eigne woll`n, macht platt!
Von Jesaja nehmt den Mut:
Sagt frei heraus: Gott`s Will`ist gut!
Ja, habt Witz und Mut in Gottes Namen:
So sei es, sag ich, Ja und AMEN!!


