Jüngern geht ein Licht auf
Andacht zum 31. Januar 2021
Von Prädikant Holger Tietz, Weinheim

Quelle: Beate Preuss
Predigt zu 2. Petrus 1, 16-19
Liebe Gemeinde,
sagt Ihnen der Name Daniel Düsentrieb etwas? Eine kleine Hilfestellung – er lebt in Entenhausen, ist Diplom-Ingenieur, Patente-erfinder und ein technisches Genie. Seine bekanntesten Erfindungen sind die Intelligenzstrahlen, die Denkkappe und der Luftroller. Er arbeitet mit seinem kleinen Assistenten „Helferlein“ zusammen. Dieser ist ein Roboter mit einer Glühbirne als Kopf. Wenn Daniel Düsentrieb wieder eine von seinen genialen Ideen hat, dann leuchtet der Kopf von Helferlein - die Glühbirne - hell auf. Der Leser erkennt dann, dass dem Erfinder gerade ein Licht aufgegangen ist!
Der Evangelist Matthäus berichtet wie Jesus mit den Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg stiegen, um gemeinsam zu beten. Als sie oben ankamen, war Jesus plötzlich in ein weißes, gänzlich überirdisches Licht getaucht und aus einer Wolke heraus hörten die Jünger eine Stimme, die klar und deutlich sagte:
„Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!“.
Der heutige Predigttext nimmt Bezug auf diese Verklärung von Jesus. Ich lese aus dem 2. Brief des Petrus 1. Kapitel die Verse 18+19:
„18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen,
als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort,
und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet
als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort,
bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“
Petrus bezeugt in seinem Brief, wie er, Johannes und Jakobus auf dem Berg Tabor von einem heiligem Schauer ergriffen wurden. Sie wussten nicht recht wie ihnen geschah. Aber alle wurden gleichzeitig von einer beglückenden Gewissheit erfasst:
„Gott ist uns jetzt ganz nahe und er zeigt uns, dass Jesus zu ihm gehört.
Wir haben mit unseren eigenen Augen gesehen und mit unseren eigenen Ohren gehört, dass Jesus zur himmlischen Welt Gottes gehört und aus ihr zu uns auf die Erde gekommen ist. Mitten hinein in unser Leben mit all seinen Freuden, mit seinen Sorgen und mit den Herausforderungen, die wir tagtäglich zu bewältigen haben.“
Und Gott machte in diesem Augenblick den drei Jüngern das Versprechen:
„Ich selber bin bei Euch - in der Gestalt von Jesus.
Wenn Jesus redet, spreche ich zu euch.
Wenn Jesus etwas tut, dann könnt ihr darin mein Handeln erkennen.“
In diesem Augenblick war den Jüngern etwas klargeworden, dass sie vielleicht bisher nur ahnten, nun aber definitiv zur Glaubensgewissheit wurde: Jesus ist Gottes Sohn.
Jedem der drei Jünger ging damit ein großes Licht auf.
Der Predigttext fordert die Leser, damals wie heute auf, nicht zu vergessen: In Jesus hat sich Gott der Welt mitgeteilt und tut es weiterhin, jeden Tag aufs Neue.
Petrus ermahnt in seinem Brief seine Leser, dafür zu sorgen, dass das Licht dieser Erkenntnis sicher aufbewahrt werde, damit es auch und gerade an dunklen Orten scheinen und den Menschen eine tief begründete Hoffnung geben kann.
Aber was, liebe Gemeinde, hat diese Verklärungs-Geschichte mit uns hier und heute, im Lützelsachsen des 21. Jahrhunderts zu tun?
Dazu möchte ich gerne zwei Gedanken mit Ihnen teilen:
Liebe Gemeinde,
sagt Ihnen der Name Daniel Düsentrieb etwas? Eine kleine Hilfestellung – er lebt in Entenhausen, ist Diplom-Ingenieur, Patente-erfinder und ein technisches Genie. Seine bekanntesten Erfindungen sind die Intelligenzstrahlen, die Denkkappe und der Luftroller. Er arbeitet mit seinem kleinen Assistenten „Helferlein“ zusammen. Dieser ist ein Roboter mit einer Glühbirne als Kopf. Wenn Daniel Düsentrieb wieder eine von seinen genialen Ideen hat, dann leuchtet der Kopf von Helferlein - die Glühbirne - hell auf. Der Leser erkennt dann, dass dem Erfinder gerade ein Licht aufgegangen ist!
Der Evangelist Matthäus berichtet wie Jesus mit den Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg stiegen, um gemeinsam zu beten. Als sie oben ankamen, war Jesus plötzlich in ein weißes, gänzlich überirdisches Licht getaucht und aus einer Wolke heraus hörten die Jünger eine Stimme, die klar und deutlich sagte:
„Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!“.
Der heutige Predigttext nimmt Bezug auf diese Verklärung von Jesus. Ich lese aus dem 2. Brief des Petrus 1. Kapitel die Verse 18+19:
„18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen,
als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort,
und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet
als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort,
bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“
Petrus bezeugt in seinem Brief, wie er, Johannes und Jakobus auf dem Berg Tabor von einem heiligem Schauer ergriffen wurden. Sie wussten nicht recht wie ihnen geschah. Aber alle wurden gleichzeitig von einer beglückenden Gewissheit erfasst:
„Gott ist uns jetzt ganz nahe und er zeigt uns, dass Jesus zu ihm gehört.
Wir haben mit unseren eigenen Augen gesehen und mit unseren eigenen Ohren gehört, dass Jesus zur himmlischen Welt Gottes gehört und aus ihr zu uns auf die Erde gekommen ist. Mitten hinein in unser Leben mit all seinen Freuden, mit seinen Sorgen und mit den Herausforderungen, die wir tagtäglich zu bewältigen haben.“
Und Gott machte in diesem Augenblick den drei Jüngern das Versprechen:
„Ich selber bin bei Euch - in der Gestalt von Jesus.
Wenn Jesus redet, spreche ich zu euch.
Wenn Jesus etwas tut, dann könnt ihr darin mein Handeln erkennen.“
In diesem Augenblick war den Jüngern etwas klargeworden, dass sie vielleicht bisher nur ahnten, nun aber definitiv zur Glaubensgewissheit wurde: Jesus ist Gottes Sohn.
Jedem der drei Jünger ging damit ein großes Licht auf.
Der Predigttext fordert die Leser, damals wie heute auf, nicht zu vergessen: In Jesus hat sich Gott der Welt mitgeteilt und tut es weiterhin, jeden Tag aufs Neue.
Petrus ermahnt in seinem Brief seine Leser, dafür zu sorgen, dass das Licht dieser Erkenntnis sicher aufbewahrt werde, damit es auch und gerade an dunklen Orten scheinen und den Menschen eine tief begründete Hoffnung geben kann.
Aber was, liebe Gemeinde, hat diese Verklärungs-Geschichte mit uns hier und heute, im Lützelsachsen des 21. Jahrhunderts zu tun?
Dazu möchte ich gerne zwei Gedanken mit Ihnen teilen:
- Der Verfasser des 2. Petrusbriefes ist nicht „der“ Petrus:
Unser Predigttext wurde rund 80 Jahre nach der „Verklärung von Jesus“ geschrieben. Der Autor, und da sind sich die Bibelwissenschaftler einig, nennt sich zwar Petrus, aber der echte Simon Petrus, der erste Jünger Jesu, ist zum Zeitpunkt der Brieferstellung schon viele Jahre tot.
Der Verfasser unseres Predigttextes kann also definitiv nicht selbst bei der Verklärung auf dem Berg Tabor mit dabei gewesen sein, obwohl er schreibt:
„… wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen!“ und „ … diese Stimme haben wir gehört als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.“
Und trotzdem nehmen wir dem Briefschreiber seine Ergriffenheit von den beschriebenen Ereignissen auf dem Berg und seine Glaubensgewissheiten als durchaus nachvollziehbar und authentisch ab. Wieso eigentlich?
Ich denke, es kommt daher, dass sich „Petrus 2“ in einer langen Reihe von Menschen sieht, die die Geschichten von Jesus, seine Worte und seine Taten weitergegeben haben. Zunächst geschah dies mündlich, von Christen, die vielleicht tatsächlich noch Augen- und Ohrenzeugen vom Wirken Jesus auf der Erde waren. Die Glaubensgeschwister wiederum erzählten es den nach-folgenden Menschen. Um das Jahr 55 herum begannen die Christen dann, die bislang mündlich überlieferten Ereignisse auch schriftlich festzuhalten, z.B. in Briefen niederzuschreiben.
So wurde eine Weitergabe der Erzählungen von Jesu Leben, Wirken, Sterben und Auferstehung bis in unsere Zeit überhaupt erst möglich.
Die inhaltliche Wahrheit der Texte steht dabei aber nicht auf Papier oder auf Papyrusrollen, sondern die berichtete Wahrheit wird von Generation zu Generation als eine „Gewissheit des Herzens“ weitergegeben. Das Licht der Erkenntnis soll in den Herzen der Menschen aufbewahrt werden. Dort sorgt diese Erkenntnis für die Glaubensgewiheit, dass Jesus bei uns ist, in dunklen wie in hellen Tagen, und dass er wiederkommen wird am Ende der Zeiten.
- Liebe Gemeinde, wenn wir heute in einem Gottesdienst die uns überlieferten Worte und Geschichten aus der Bibel hören, dann sprechen sie zu uns und wir können wir uns davon ansprechen lassen.
Wir stehen in der Nachfolge der Menschen des AT und des NT und hören Gott selber in den Geschichten der Heiligen Schrift. Unser Predigttext sagt dazu:
„Umso fester haben wir das prophetische Wort,
und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet.“
Wenn uns das Format eines online-Gottesdienstes suspekt erscheint,
oder wenn die Liturgie etwas steril daherkommt,
oder wenn uns nicht jede Predigt sofort innerlich packt,
so hält uns doch Gottes Wort fest. Es lässt uns darin geborgen sein. Immer wieder geschieht es, dass uns etwas von Gottes Wort unmittelbar anspricht.
Mir geht es manchmal so, wenn ich in die Tages-Losungen schaue oder wenn ich die Bibel an einer beliebigen Seite aufschlage und einfach mal lese, was denn da gerade so steht. Nicht jedes Mal – aber ab und an habe ich dieses gute Gefühl: „Wow, das passt ja gut und gilt jetzt mir ganz persönlich“. Es ist dann, wie wenn ein helles Licht in mein Leben hineinleuchtet. Und ich merke:
Der zeitliche, der äußere Abstand von uns Menschen zu Jesus ist heute natürlich größer als bei seinen damaligen Zeitgenossen oder zu der Zeit, als der 2. Petrusbrief geschrieben wurde.
Aber der innere Abstand zum lebendigen Christus hat sich nicht verändert. Der Abstand ist nicht größer als vor 2000 Jahren. Jesus ist uns heute genauso nah wie für die Menschen damals.
Und deshalb gibt es beim Lesen oder Hören von Bibelstellen auch diese Momente, in denen man völlig klarsieht. Für einen Augenblick erscheint dann das eigene Leben von einem hellen Licht bestrahlt. In solch einem Augenblick weiß man genau, wer man ist, was man will und wohin man geht.
Das sind dann so runde und perfekte Momente, liebe Gemeinde, voller Überblick, voller Klarheit und voller Glaubensgewissheit!.
Ich wünsche uns allen von Herzen solche wunderbaren Augenblicke der Klarheit, in denen uns dann ein Licht aufgehen möge, vielleicht sogar ein göttliches Licht.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu.
Amen
Amen
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Quelle: Holger Tietz

