- Aktuelles
- Termine
- Über uns
- Gemeindeleben
- Kindergarten
- Kirchenmusik
- Lebenslagen
- Einfache Sprache
Weihnachtliche Nachlese
Andacht zum 10. Januar 2021

Quelle: Beate Preuss
Liebe Leserin, lieber Leser!
Sie glauben gar nicht, wen ich alles im verschneiten Wald getroffen habe. Nun gut, das kann ich jetzt nicht ausbreiten. Aber es waren doch viele bekannte Gesichter, die heute an einem sonnigen Tag die frische Luft in sich aufgesaugt haben, um dann die warme Stube zu genießen. Das haben auch wir gemacht. Und es hat gut getan.
Noch etwas möchte ich Ihnen erzählen. Das gehört zu meiner weihnachtlichen Nachlese. Denn nicht nur der Lukastext gehört für mich zu Weihnachten, sondern auch ein weihnachtliches Gebäck. Und so hab ich mich an den Weihnachtsfeiertagen mit der Butterbürste, einem halben Stück Butter und Zucker ans Werk gemacht und dem Christkind eine ordentliche Windel rangezaubert. Denn so ein Stollen, wie meine Großeltern ihn uns mit ihren 87 und 90 Jahren gebacken und per Post geschickt haben, kann man nicht im Versandhandel kaufen kann. Keine tausend Klicks genügen dafür, kein Lager ist damit gefüllt. Denn dieses Geschenk ist noch nicht fertig.
Jedenfalls schreibt Lukas davon, dass das Kind nicht blank in der Krippe liegt, sondern in Windeln gewickelt. Und so gehört eben auch der Zucker zum süßen Christkind. Denn dafür steht der Stollen. Wie so manche Bildsprache will sie entdeckt sein. Es geht zu Weihnachten ja um das Öffnen der Herzenstüren und das Aufnehmen der Botschaft von Jesus, den die Engel den Hirten als Heiland ankündigen.
Als ich so mit Butter und Zucker für ordentliche Windeln gesorgt habe, ist meiner Frau eingefallen, wie es sinngemäß in Händels Messias und zuvor schon bei Jesaja heißt: „Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden.“
Ganz andächtig haben wir Stück für Stück von diesem Stollen gegessen und daran gedacht, wie die Bäckerhände den Teig gewirkt haben und die Bäckerinnenhände den Stollen aus dem Ofen geholt. Wenn man sich nicht sehen kann, ist die Verbindung manchmal sogar intensiver, als wenn man sich zum Familienfest in großer Runde trifft und kaum Ruhe für einen tiefer gehenden Satz von Mensch zu Mensch hat. Hab ich so für mich gedacht.
So ähnlich ist das auch beim Lesen von Briefen und Nachlesen von dem was gewesen ist und Sinn und Ziel finden helfen soll. Diesen süßen weihnachtlichen Moment will ich heute mit Ihnen teilen und hoffe, er schmeckt Ihnen. Herzliche Grüße und ein gesundes neues Jahr!

