Andacht zum Lied "Seht, die gute Zeit ist nah"

Die Melodie aus Mähren, sie lädt fast dazu ein, sich im Takt mitzuwiegen. Auch der Text ist eher zurückhaltend und kurz mit nur zwei Strophen. Und doch gibt mir dieses Lied vieles, was für mich zum Christsein gehört. Die Melodie strahlt Ruhe aus. Sie ist wie Kerzenlicht, beruhigend und warm. Sie tut meiner Seele gut.

Kirche Lützelsachsen Altar

Quelle: Beate Preuss

Im Text steckt so viel, was mir wichtig ist. Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde. Daraus spricht Vorfreude und vor allem Vertrauen darauf, dass Gott wirklich kommt. Natürlich kann man fragen: Was heißt gute Zeit? Oder was bedeutet „nah“ nach gut 2000 Jahren? Auf beide Fragen gibt das Lied keine Antwort. Es drückt vielmehr dieses Grundvertrauen aus, dass im Reich Gottes die Zeit gut ist. Und für mich bedeutet „nah“, dass Gott mir nahe ist und zwar jetzt und immer.

Kommt und ist für alle da, kommt, dass Friede werde. Gott ist die Antwort auf unsere Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit. Für mich klingt hier an, dass ich mich darauf verlassen kann, da ist jemand, der sich für mich und meine kleinen und großen Sorgen interessiert.

In der zweiten Strophe verstärkt sich nochmal dieses: Gott ist für alle da, denn er lädt alle ein. Egal woher sie kommen oder wie es ihnen gerade geht. Jeder wird eingeladen. Und der Dichter fordert uns auf, uns auf diese Stunde zu freuen. Nicht alle, die eingeladen sind, werden kommen. Und die, die kommen, werden das vielleicht mit Sorgen und Nöten tun und nicht mit Freuden. Aber die Tür ist offen und wir sind alle willkommen. Es liegt also an mir. Ich muss mich bewegen, mich auf Gottes Einladung einlassen.

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