Jona regt sich auf

Sommerandachtsreihe Teil 6

Quelle: Dorothea Rohland

Jona regt sich auf. Richtig zornig macht ihn das. Und er macht sich Luft und betet zu Gott. Er wirft ihm um die Ohren, was ihn aufregt.

„Darum bin ich doch weggelaufen, wollte mit dem Schiff nach Tarsis.“ So spricht der wütende Prophet. Und dann folgt ein negatives Glaubensbekenntnis voller Vorwürfe. „Ich wusste doch, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen.“

Alles, was Menschen sonst als gut bekennen, erscheint hier vergiftet vom Zorn. Jona sagt sinngemäß: „Wie stehe ich denn jetzt da. Ich hab den Untergang Ninives angekündigt. Und bloß weil Ninive umkehrt und fastet, kehrst Du, Gott, um und lässt mich, Deinen Propheten, im Regen stehen. Du bist so inkonsequent, bist umgefallen, du bist halt gnädig und von großer Güte.“

Und dann legt der trotzige Jona all sein Gewicht in die Waagschale, vielleicht um Gott doch noch zur Vernunft zu bringen. Er bittet Gott: „So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben.“

Bei allem Leiden als Prophet stellt das Jonabuch genau diese Frage: Ist Gott, einer der nur der Vernunft folgt, durchgreift und mit dem Schwertes Schärfe sein Recht durchsetzt? Oder lässt er sich von seinem Herzen leiten? Ist sein Recht, dass er das Gute liebt, Gnade und Barmherzigkeit und Geduld walten lässt?

Bis an diese Stelle im Jonabuch hat Gott gesehen, wie die Menschen von Ninive von ihren bösen Wegen umkehren. Darum war auch er umgekehrt. Nun muss vielleicht auch Jona noch umkehren. Stark bleibt daran, das Jona mit Gott im Gespräch bleibt, wenn auch im Streitgespräch. Selbst darin kann er noch Vorbild sein.

Datei zum Downloaden