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Ninive tut Buße
Sommerandachtsreihe Teil 4

Quelle: Dorothea Rohland
Jona geht eine Tagesreise weit hinein, in die Stadt Ninive. Von einem Ende zum anderen braucht man drei Tage.
„Vierzig Tage noch, dann geht Ninive unter.“ Das richtet Jona aus. Doch die Menschen rennen nicht weg. Sie verlassen nicht fluchtartig ihre Stadt. Sie fahren nicht mit dem Schiff nach Tarsis oder Jafo.
Sondern die Leute von Ninive glauben an Gott. So erzählt es da Jonabuch. Sie glaubten an Gott und riefen ein Fasten aus.
Sie rufen ein Fasten aus. Groß und Klein ziehen sich den Sack zur Buße an. Ich behaupte, das kennen wir nicht. Sich so kleiden und fasten, um dem Untergang der Stadt zu entgehen, um den Schaden, den mein Verhalten anrichtet, zu entkräften bevor er auf mich zurückfällt.
Sogar der König von Ninive steht von seinem Thron auf, legt sein Purpur ab. Auch er hüllt sich in den Sack und setzt sich in die Asche. Er lässt ausrufen: Mensch und Vieh sollen auf Wasser und Brot verzichten, hungern und dürsten. Und sie sollen heftig zu Gott rufen.
In der Zeit der Gefahr sollen sie umkehren von ihren bösen Wegen und vom Frevel ihrer Hände. Alle, die sich vergangen haben an Schwachen und Kindern, an Kranken und Waisen und Alten. Alle sind sie verstrickt in die Bosheit von Ninive. Tiere und Menschen, die leiden, die ausgenutzt werden, die nichts gelten.
Dem König ist in den Mund gelegt, welches Kalkül hinter der Buße steckt: „Wer weiß“, so sagt er, „ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.“
Nicht jede Krise kann als Strafe Gottes gelten. Trotzdem birgt jede Not und jedes Erschrecken eine Chance. Nämlich im Erschrecken über das, was einem entgleitet, und im Schreck über die Schuld, die einfach so an einem klebt, auf die Suche gehen. Auf die Suche nach dem, was Bestand hat und allzeit wichtig bleibt: ein gutes Herz, Mitgefühl mit anderen Menschen und ein Gewissen, durch das meine Seele mit Gott verbunden ist.
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Quelle: J. Rohland

