Renate und die Konfirmation
Wochenandacht ab Jubilate (3. Sonntag n. Ostern) 3. Mai 2020

Quelle: Beate Preuss
Liebe Konfirmanden! Liebe Leserinnen und Leser!
Manche haben als Konfirmanden die Namen der Sonntage auswendig gelernt und kennen die Reihenfolge von Jubilate, Cantate, Rogate und so weiter. Bei uns am Mittagstisch gab es jetzt eine kleine Verwechslung. Denn Renate gehört natürlich nicht in die Reihe.
Jubilate und Cantate fordern zum Jubeln und Singen auf. Ein solcher Sonntag müsste dann vermutlich renascite statt renate heißen: „Seid von neuem geboren“/„Seid wiederbelebt!“ Das ist sicher zu kompliziert, passt trotzdem irgendwie. Denn heute hättet Ihr Konfirmanden eigentlich Konfirmation gefeiert.
Der Sonntag heute heißt tatsächlich Jubilate und verdankt seinen Namen dem Beginn von Psalm 66 „Jauchzet Gott, alle Lande!“ Jubeln sollen alle darüber, dass Gott die Welt geschaffen hat. Und dass Jesus auferstanden ist und unser Leben teilt. Konfirmation und der Sonntag Jubilate ergänzen sich super, denn sie sollen beide die fröhlich-lebendige Beziehung zu Jesus stärken.
Der Predigttext aus dem Johannesevangelium (Kap. 15) erzählt von dieser Beziehung und wie Gott dafür sorgt. Jesus stellt sich selbst als Weinstock vor und beschreibt Gott als Weingärtner. Der sorgt für den Weinstock und seine Reben. Er hat sie über alles lieb. Mit Reben meint Jesus seine #Follower, seine Jünger und Freundinnen, die seine Botschaft retweeten (weitersagen). Egal wie weit sie schon gekommen sind, sie wachsen immer weiter. „Hoch hinaus“, wie Tim Bendzko singt.
Jesus beschreibt, was ein Weingärtner macht, und meint Gott. Er schaut nach seinem Weinstock und sieht die Reben an. Damit sie Früchte bringen, löst er von den fruchtbaren Reben, was ihnen Kraft nimmt. Damit der Weinstock viel Frucht bringt, trennt er die unfruchtbaren Reben ab.
Mit diesem Vergleich wirbt Jesus für eine gute Beziehung zwischen Reben und Weinstock, zwischen ihm und allen Neugeborenen. Denn, so beschreibt es die Bibel, mit der Taufe beginnt ein neues Leben mit Gott. Das Vertrauen zu ihm soll wachsen und gedeihen. Denn es bringt Kraft und Hoffnung für uns und für unsere Freunde. Beides sind Früchte, die das Leben reich machen und erhalten. Auch wenn unser irdisches Leben vergänglich ist, sollen wir als Neugeborene (renati!) dem Auferstandenen folgen, uns ausstrecken nach neuem Leben. Immer wieder.
Wer am Ende des Winters Weinstöcke sieht, der kann sich kaum vorstellen, dass daraus neue Triebe ausschlagen. Doch auch in diesem Frühjahr sind die Weinstöcke zu neuem Leben erwacht. Genauso sollen wir fröhlich und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.
Kinder und Erwachsene sollen darauf vertrauen, dass sie Arbeit haben werden, mit Freundinnen und Freunden feiern können und sich irgendwann auch ohne Angst nähern können. Insoweit ist die Idee doch nicht so schlecht und ich wünsche Ihnen und Euch Konfis einen guten Sonntag Renate!
Dazu passt die Morgenstimmung aus Peer Gynt von Edvard Grieg, die Hans Jochen und Eva Braunstein vierhändig eingespielt haben.
Es segne und behüte uns der lebendige Gott.
Er schenke uns Hoffnung und Zuversicht.
Er lasse uns darauf vertrauen, dass nicht aufhören Saat und Ernte, Sonne und Regen, Freundschaft und Liebe, Mut und Verständnis.
So segne uns der dreieinge Gott.
Amen.
Ihr Jan Rohland, Pfarrer Lützelsachsen, den 2. Mai 2020
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Quelle: J. Rohland

