Evangelischer Kirchenchor Lützelsachsen zu Besuch in der Uckermark

 In der Partnergemeinde Schönfeld vom 24. – 27. Mai 2017

Der evangelische Kirchenchor Lützelsachsen folgte einer Einladung der Partnergemeinde Schönfeld bei Prenzlau in der Uckermark zu einer gemeinsamen Begegnung am langen Himmelfahrtswochenende.

Am Himmelfahrtsmorgen versammelte sich die Gemeinde im mit festlichem Grün geschmückten Kirchlein von Neuenfeld zu einem außergewöhnlichen Musik- und Gesangsgottesdienst. Allein der vereinte Schönfelder und Lützelsachsener Chor trat zehn Mal im Wechsel mit Gemeinde, Bläserchor und der Kindergruppe auf. Die Jüngsten trugen an Gitarre, Flöte, Geige und Keyboard Frühlingslieder und auch Klassisches vor. Die Blechbläser setzten besonders markante Akzente: majestätisch-feierlich erklang der Marsch „Prinz von Dänemark“. Dazwischen gab es eine kurze Lesung vom Gemeindepfarrer Thomas Dietz über den Stellenwert des Singens und Musizierens im christlichen Glauben. Zum Abschluss trumpften die Bläsern noch einmal mit einem volkstümlichen Kontrapunkt auf: beschwingt schwebte die Amboss-Polka durch den Kirchenraum, wobei der Sohn des Pfarrers einen alten Schmiedeamboss stilecht mit zwei Hämmern zum Tönen brachte. Der Applaus ließ erst wieder nach, als die gewünschte Zugabe erklang. Ein echter Knüller!

Nach diesem fröhlichen Auftakt waren alle zum Gemeindefest auf der Wiese eines nahen Hofguts eingeladen, wo die Besucher alles zum Mittag wohlbereitet vorfanden dank des Einsatzes vieler Helfer und Gönner. Bei Sonnenschein und Blasmusik konnte man sich in entspannter Atmosphäre unterhalten.

Am folgenden Tag führte ein Ausflug bis nach Ueckermünde am Stettiner Haff, zur „nordöstlichsten Ecke Deutschlands“. Das erste Ziel war die Samendarre in Jatznick nördlich von Pasewalk, ein Saatgutbetrieb für die Forstwirtschaft, jedoch bewusst als historisch-technisches Museum erhalten. In der Tat fühlte man sich in vergangene Zeiten versetzt: abgestufte Trockenspeicher über drei Etagen wie aus der Gründungszeit vor fast 100 Jahren und ein mechanischer Maschinenpark aus der DDR-Zeit.

Weiter ging´s nach Ueckermünde. Von der Strandpromenade ging der Blick hinüber nach Usedom. Der breite Sandstrand war schon belebt von badefreudigen Besuchern. Für einige von uns reichte es schon aus zeitlichen Gründen nur zu einem Fußbad. Am frühen Nachmittag fanden wir uns auf dem Marktplatz zum historischen Rundgang ein. Eine der zwei Gruppen vertraute sich einem liebenswürdigen „Herold der pommerschen Herzöge“ an, würdevoll gekleidet im Gewande des 16. Jahrhunderts. Man erfuhr, dass die ursprüngliche Bausubstanz im 30-jährigen Krieg fast völlig zugrunde gegangen war. Zum Glück war Ueckermünde vor Zerstörungen im 2. Weltkrieg bewahrt worden. Darum blieb ein großer Teil des historischen Altstadtbildes geprägt durch die Zeit des Barocks vom Beginn des 18. Jh. und durch die Gründerzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jh. In der großen evangelischen Stadtkirche St. Marien, neu erbaut nach 1750, waren der zweigeschossige Kanzelaltar im Rokokostil, die bemalte Holzdecke und die beidseitig doppelstöckige Empore zu bewundern. Auf einem Ölgemälde sahen sich die streitbaren Reformatoren Luther und Calvin unter dem Kreuz in die Augen, eine sehr symbolträchtige Geste gegen Zwietracht.

Die letzte Station des Rundgangs war das alte Residenzschloss der pommerschen Herzöge aus dem 16. Jh., von dem heute nur noch der Südflügel als wichtiges Zeitzeugnis erhalten geblieben ist.

Nach der Rückkehr fand man sich zur Freitagabend-Andacht im Malchower Kirchlein ein. Das Lob- und Danklied von Paul Gerhardt „Ich singe dir mit Herz und Mund…“ erschien wie eine Krönung dieser von Musik, Gesang und Frohsinn geprägten Begegnung. Pfarrer Thomas Dietz lud alle Anwesenden – ob von nah oder von fern – zum gemütlichen Beisammensein im Speicher des Labyrinth-Gartens ein.

Am sonnigen Samstagmorgen hieß es wieder, Abschied zu nehmen: viel Händeschütteln und viele Umarmungen, noch ein „Familienfoto“ mit allen Anwesenden vor dem Bus, dann ein letztes Winken…- Nach störungsfreier Reise erreichten wir am frühen Abend wieder Lützelsachsen, zufrieden und dankbar über das Erlebte.

Ein ganz besonderer Dank galt dem Ehepaar Franz und Margarete Ridderskamp für die vorbildliche Organisation und Reisebegleitung.

 

Der Evangelischer Kirchenchor in der Uckermark

Quelle: Dr. Hartmut Höke