Jubiläum in Lützelsachsen

Der Weltladen OASE feierte sein 25-jähriges Bestehen.

WL Oase Besucher

Quelle: Gustav Trilsbach

Am vergangenen Freitag feierte der Weltladen OASE sein 25-jähriges Bestehen in der evangelischen Kirche in Lützelsachsen. Durch den abwechslungsreichen ökumenischen Gottesdienst führten Pfarrer Jan Rohland und Gemeindereferentin Heidi Kohl.

Älter werden an sich ist noch keine Leistung, führte Bettina Trilsbach, die erste Vorsitzende an.  Doch 25 Jahre  Weltladen OASE bedeuteten 25 Jahre Einstehen für fairen Handel, Unterstützung benachteiligter Gruppen und Einsatz für eine gerechtere Welt. 

Im Anspiel wurden die vielfältigen Wirkungen des Fairen Handels deutlich, denn der Faire Handel bedeutet viel mehr als nur ein Fairer Preis. Passend zum Motto: “Steter Tropfen höhlt den Stein“ präsentierte die Gruppe große blaue Tropfen, beklebt mit Bildern derjenigen Produzenten, deren Produkte u.a. im Laden angeboten werden. Währenddessen rieselten viele kleine Transparentpapiertropfen auf einen vor dem Altar platzierten Stein.

WL Oase Plakate

Quelle: Gustav Trilsbach

Kaffee von der peruanischen Kooperative COCLA: Mit der zusätzlichen Fairhandelsprämie werden Gesundheitskomitees finanziert, um medizinische Nothilfe in den oftmals noch recht einfachen Dörfern zu leisten. Den Bauern werden u.a. Hygienegrundkenntnisse vermittelt, um somit der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen. Auch eine nachhaltige Ernährungssicherung wirkt Mangelernährung und somit ebenfalls Krankheiten entgegen.

Schmuck aus Mexiko: Pakilia - eine Fairhandelsorganisation - bietet individuelle Unterstützung bei der Schmuckherstellung für die von ihren Männern bevormundeten Frauen im ländlichen Raum.  Jede einzelne Frau wird auf dem Weg in mehr Unabhängigkeit mit   Workshops und Beratungen begleitet. Die Frauen gewinnen an Selbstwertgefühl und Ansehen – auch bei ihren Männern. Echte Frauen-Power aus Mexiko!

Duftreis aus Thailand: Die Green Net Cooperative fördert die ökologische Landwirtschaft durch robuste, standortgerechte Reissorten und bietet den Kleinbauern Zugang zum internationalen Markt. Die Kooperative kämpft gegen die Patentierung von Reis und gegen den Einsatz von Gentechnik. Gemeinsam mit einer thailändischen Universität werden Anbaumethoden erforscht, die trotz Klimawandel funktionieren. Das schafft Perspektiven und verhindert Landflucht.

Kartoffelchips aus Peru: Die Kartoffeln für die roten und blauen Bio-Kartoffelchips aus Fairem Handel werden von peruanischen Kleinbauern in Kooperativen angebaut. Durch die Rückbesinnung auf die nativen Sorten hat die Kartoffel ihre ursprüngliche Bedeutung zurückgewonnen und den Kleinbauern z.B. in Form von Kartoffelchips sogar den Anschluss an den internationalen Markt ermöglicht. Auch wurden eigene Saatgutbanken angelegt, die durch ständige Pflege zur Unabhängigkeit von industriellen Saatgutlieferanten geführt hat. So tragen wir durch unseren Verzehr von Fairtrade Chips dazu bei, einen Teil des Erbes aus der Inka-Zeit zu erhalten!

Handgeschöpftes Papier aus Nepal: Vor fast 30 Jahren wurde vom Verein NEPRA  im Kathmandutal die erste Leprastation gebaut. Neben einem Krankenhaus zur Behandlung und Heilung entstanden auch Werkstätten, in denen die Betroffenen ein Kunsthandwerk, z.B. die Papierherstellung, erlernen können. So können sie ihren Lebensunterhalt erwirtschaften und erlangen ihre Menschenwürde wieder.

Ceylon Grüntee: Normalerweise wird Tee auf riesigen Plantagen angebaut. Doch in Sri Lanka gibt es SOFA, einen Zusammenschluss von Kleinbauern, die im Durchschnitt 1ha Land pro Familie nach ökologischen Prinzipien bewirtschaften. Durch diese Kooperative wurden Kindergärten, Vorschulen und Gemeindezentren gebaut. Die Familien erhalten dank des Fairen Handels zudem pro Kind einen Zuschuss für den Schul- bzw. Collegebedarf.

Schon mit diesen Beispielen konnte gezeigt werden: die positiven Auswirkungen des Fairen Handels sind vielfältig. Und es lohnt sich, weitere Tropfen hinzuzufügen, damit aus dem Rinnsal ein Bach, ein Fluss und irgendwann ein Strom wird. Der Kauf von Produkten in Weltläden wie der in Lützelsachsen hat positive Auswirkungen auf Menschen in der ganzen Welt.

Schließlich überbrachten die Ortsvorsteherin Doris Falter und Dr. Eberhard Boley vom Weltladen-Dachverband Glückwünsche und würdigten die engagierte Arbeit der OASE mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Im Anschluss fanden sich alle im Kirchgarten ein. Bei abwechslungsreichem Büffet und fair gehandeltem Wein genoss man die laue Sommernacht.

(Bettina Trilsbach)