Mörderische Auslese
Weingutbesitzer, Hermann Kessel (Bernhard Hildebrand), heißt seine zahlreichen Gäste zu einer besonderen Weinprobe willkommen. Voller Stolz stellt er seine Tochter, die amtierende Weinkönigin, Tatjana I. (Corinna Müller), und ihre Prinzessin, Annabel (Peri Glahn), vor. Die wichtigste Kraft im Geschäft von Kessels ist jedoch Christiane (Christiane Bylitza), eine resolut auftretende und ehrgeizige Schönheit, die ihren Titel „Beste Sommelière des Jahres“ nicht ganz ohne Eitelkeit zur Schau stellt.
Text zum Bild: Der unbestechliche Kriminalkommissar (Philipp Bylitza) im Dienst: Noch lehnt er ein Glas Wein dankend ab. Der Reblaus-Experte und Freund des Hauses, Gansmüller (Rainer Petschull) und die Sommelière Christiane (Christiane Bylitza) müssen Rede und Antwort stehen.
Kessel überlässt ihr die weitere Führung durch das Festprogramm, während er mit seiner Frau Emilia (Jutta Brose) ein Gläschen Wein genießt. Bevor Christiane ihres Amtes waltet, greift sie Tatjana und Annabel in hässlicher Weise an, weil Tatjana sie nicht in ihrem Willkommensgruß im Reigen der ehemaligen Weinhoheiten erwähnt hat. Die beiden ziehen mit versteinerter Miene ab, während Christiane gewohnt professionell und mit einem gewinnenden Lächeln sich den Gästen zuwendet und den ersten Wein vorstellt.
Kurz darauf bricht der Weingutbesitzer zusammen. Dr. Joachim Gansmüller (Rainer Petschull), Pflanzenschutz-Experte und Freund des Hauses, der sich gerne in den Vordergrund spielt, kann nur noch den Tod des Opfers feststellen. Der eilends herbeigerufene Kriminalhauptkommissar, Rigobert Baum (Philipp Bylitza), ein etwas schrullig wirkender, aber dennoch gewitzter Amtsvertreter, ordnet nach der ersten Ermittlung eine Obduktion an. Die Lützelsachsener Feuerwehr kommt mit Martinshorn und Bahre herbei und schafft den Leichnam fort. Der Auftritt in voller Montur mit Kommandanten war schon sehenswert!
Der Obduktionsbericht ist eindeutig: Vergiftung mit Todesfolge durch ein Entlausungsmittel, im süßen Wein verabreicht. Eines wird bald klar: der „Alte“ war nicht gerade beliebt. Jeder hatte etwas gegen ihn, so dass alle irgendwie verdächtig sein könnten, zumal die Ermittlungen so manche verdeckte Emotion und einige Techtelmechtel zutage fördern.
Die Spurensuche ist mühselig. Doch da taucht eine Spritzflasche auf, die eine Lösung mit einem Pestizid enthält. Benni (Alexander Petschull), ökologisch ausgerichteter Sohn des Hauses, gibt zu, dass er das vom Vater stammende Pestizid benutzt habe. Denn der von ihm sonst immer favorisierte Pferdeurin habe bei den verlausten Zimmerpflanzen nicht mehr gewirkt. Jetzt kommt Benni natürlich unter starken Verdacht.
Da gibt´s aber auf einmal noch eine Wende. Christiane geht auf einmal ein Licht auf: Das sei ja IHR Glas gewesen, aus dem Hermann getrunken habe. Sie trinke immer einen Schluck „Süßen“ zur Beruhigung vor dem Stress, und Hermann nehme häufig einfach vorher ihr gefülltes Glas. Dann sei ja möglicherweise SIE die Zielperson gewesen!
Da kommt eine Stimme aus dem „Äther“: Sie bremst den Kommissar und fordert den detektivischen Sinn der Zuschauer heraus. Der Vorhang fällt. Nach der Auswertung der eingereichten Lösungen hebt sich der Vorhang zur offiziellen Auflösung des Falles.
Diejenigen Zuschauer, die Christianes Affront gegenüber Tatjana und Annabel noch in Erinnerung hatten und diese Spur weiterverfolgten, werden die richtige Antwort gefunden haben.
Dabei war alles ein tragischer Unfall: es traf den Falschen und dann noch tödlich. Was als harmloser Denkzettel gegen eine unliebsame Person gedacht war, wurde durch Bennis Abfall vom Pfad der Öko-Tugend zur tödlichen Tat.
Die Schauspieler und alle anderen Beteiligten wurden mit viel Applaus dafür belohnt, mal ein ganz anderes Stück auf die Beine gestellt zu haben. Wie Christiane Bylitza, Obfrau des Kirchenchors und Protagonistin in der Laienspielgruppe, bereits eingangs erwähnte, war alles eine große logistische Leistung, die ohne die tatkräftige Unterstützung vieler fleißiger Köpfe und Hände nicht zu meistern gewesen wäre.
Lützelsachsen wurde dabei durch die amtierenden (Christine I. mit Prinzessin Miriam) und ehemaligen Weinhoheiten bei der Bedienung und beim Ausschenken der Weinproben, durch die Freiwillige Feuerwehr bei ihrem „Noteinsatz“ und nicht zuletzt durch die Verkostung von Lützelsachsener und Hohensachsener Weinen des Weinguts Raffl in ganz besonderer Weise repräsentiert.


