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Theater gegen Radikalismus: Komödie „Braun werden“ in Dossenheim
Der Inhalt ist kurz erzählt: Nesthocker Konrad fühlt sich pudelwohl im Hotel Mama. Und Mutti ist froh, wenn es dem Jungen nur gut geht. Schwiegermutter-Traum Bea macht die Familienidylle schließlich perfekt. Mutti ist begeistert von der fröhlichen und patenten Schwiegertochter in spe, deren Weltbild so wunderbar überzeugend und einfach daherkommt. Doch mit Bea weht auch ein ganz neuer Wind von Steuerbord ins Haus...
„Braun werden“ ist eine Komödie über das Rutschen zum radikalen Rand, in der sich Konrad und Mutti irgendwann zwischen „Weiter-Mitmachen“ und „Stopp-Sagen“ entscheiden müssen. Lustig und leicht sind die Dialoge, am Anfang des Stücks lacht man gerne und unbeschwert. Nach und nach gerät die Komödie immer mehr zur Farce, die Hintertür zum Radikalismus-Thema wird immer weiter aufgestoßen. Das Lachen könnte (und sollte) zunehmend im Halse steckenbleiben.
Als die Idee zum Stück entstand, standen zwar alle unter dem Schock der NSU-Morde, aber es konnte noch niemand wissen, wie aktuell das Thema bald werden würde. Angesichts der großen Zahl von Menschen, die auch in den Rhein-Neckar-Kreis flüchteten, werden auch hier die radikalen Kräfte wieder stärker, die verführerisch einfache Welterklärungsmodelle liefern und behaupten, den richtigen Weg zu kennen. Deshalb gilt auch hier, sich als Bürger jeden Tag zu entscheiden, wo man steht.
Das Theaterstück wird empfohlen ab 16 Jahren. Eintrittskarten (Staffelpreise) gibt es an der Abendkasse. Karten-Vorbestellungen unter Telefon: 0160-969 744 69. (ro)

