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In der Winzerhalle wohnt keiner mehr
- eine gute Nachricht - die Verbundenheit bleibt
Letztes Jahr wurde die Winzerhalle zur Notunterkunft. Viele haben sich engagiert, um fürs Nötigste zu sorgen: Heizung, Bettdecke, ehrenamtliche Sprachkurse, Zimmer, Praktikum, Möbel. Und das unabhängig von Konfession und sozialem Status.
Als Kirchengemeinde haben wir Raum und Manpower gestellt. In tatkräftiger Kooperation mit dem AK Asyl, unseren kath. Geschwistern und vielen anderen Freiwilligen aus dem Großraum Weinheim haben wir jede Woche zum Café ins Gemeindehaus eingeladen. Kaffee und Kuchen war dank zahlreicher Spenden stets reichlich da. Sogar Weihnachten haben wir gemeinsam gefeiert. Da haben Flüchtlinge gekocht. Und auf Initiative von Ortsvorsteherin Doris Falter und das tolle Echo aus dem Ort haben wir sogar Geschenke verteilt.
Bis Juli fanden im Gemeindehaus wöchentlich Deutschkurse statt. Die Pfadfinder haben zum Billardspielen eingeladen. Im Gemeindehaus haben jede Woche auch wenige Freiwillige die wichtigsten Fragen beraten. Das hat von uns ordentlich Kraft gefordert.
Viele Flüchtlinge haben inzwischen Freunde gefunden. Einige von ihnen waren mehrmals täglich in der Halle oder haben im kleinen Kreis Deutsch gelernt. Ich bin beeindruckt, wie stark sich Menschen aus Lützelsachsen und Umgebung engagieren. Und ich bin Gott dankbar, dass sich die meisten Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben. Das ist gut gelaufen.
Großzügige Spenden vom Frauenverein/Handarbeitskreis und Lionsclub an die Kirchengemeinde sowie Spenden beim Café haben Unterstützung im Notfall und wichtige Projekte ermöglicht, so z.B. das Weihnachtsessen im Gemeindehaus, die Plakate und Flyer der Aktion »Flüchtling sucht Zimmer« und das Abschiedsfest vor der Halle. Vielen Dank auch für diese Unterstützung!
Nun wohnt keiner mehr in der Halle, die Verbundenheit aber bleibt. Wenn ich ehemalige Bewohner sehe, halte ich gern einen Schwatz. Immer wieder sehe ich einige auch in Lützelsachsen. Der Ort und die Zeit verbinden und werden nicht vergessen sein. Auch die nächsten Schritte bleiben eine Herausforderung – für Flüchtlinge und für Nicht-Flüchtlinge.
Dafür wünsche ich uns Ausdauer und Mut.
(J. Rohland)

